Stellen Sie sich einen Garten vor, der nicht nur dem Auge schmeichelt, sondern auch das Leben rettet. Ein Ort, an dem die Natur nicht nur dekorativ wirkt, sondern funktioniert. Genau diese Vision steht im Mittelpunkt eines besonderen Vortrags am Mittwoch, dem 6. Mai 2026, um 19 Uhr im Bürgerhaus Mammendorf.
Der Eintritt ist frei – eine Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger, die verstehen wollen, warum die Wahl der richtigen Pflanzen überlebenswichtig für die allermeisten unserer heimischen Wildbienen entscheidet.
Der Experte hinter den Blüten
Als Experte von internationalem Rang wird Dr. Andreas Fleischmann, Privatdozent und Kurator für Gefäßpflanzen an der Botanischen Staatssammlung München, die Zuhörerinnen und Zuhörer mitnehmen auf eine Reise in die komplexe Welt der Wildbienen.
Im Gegensatz zur Honigbiene, die als Generalist fast jede Blüte anfliegt, sind Wildbienen oft hochspezialisierte Einzelgänger. Sie benötigen ganz bestimmte, einheimische Pflanzenarten, um Pollen und Nektar für ihren Nachwuchs zu sammeln. Viele fremdländische Zierpflanzen oder sogenannte Neophyten bieten diesen spezialisierten Tieren schlichtweg keine Nahrung. Es ist ein intelligent durchdachtes „Schlüssel-Schloss-Prinzip“, das sich über Millionen von Jahren entwickelt hat. Nur mit heimischen Wildpflanzen können wir sowohl den Spezialisten als auch den Generalisten ein Zuhause bieten.
Darüber hinaus spielen Wildbienen als wichtige Bestäuber eine zentrale Rolle für unser Ökosystem. Sie sichern nicht nur die Bestäubung zahlreicher Wildpflanzen, sondern sind auch für die Erträge unserer Kulturpflanzen von entscheidender Bedeutung. Besonders bemerkenswert ist ihre frühe Aktivität: Während Honigbienen oft noch ruhen, sind Wildbienen bereits ab Ende Februar im Frühjahr unterwegs. Durch diese frühe und kontinuierliche Arbeit gewährleisten sie stabile Ernten in der Landwirtschaft und tragen maßgeblich zum Erhalt der Vielfalt an Wildpflanzenarten bei.
Dr. Fleischmann wird in seinem Vortrag verdeutlichen, dass heimische Pflanzen nicht nur für die Insekten, sondern auch für uns Menschen unverzichtbar sind. In Zeiten von Klimawandel und Biodiversitätskrise sind diese Pflanzen echte Überlebenskünstler. Extremwetterereignisse wie lange, trockene Sommer oder Starkregen machen ihnen wenig aus, da sie perfekt an unsere lokalen Gegebenheiten angepasst sind.
Die Vision für die Gärten und Grünflächen der Zukunft ist klar: Sie sollen bunte, vielfältige Lebensräume sein. Räume, die widerstandsfähig gegen Klimaveränderungen sind und gleichzeitig der menschlichen Erholung, Entspannung und dem direkten Naturerlebnis dienen.
Ein wichtiger Schritt gegen das Artensterben
Der Vortrag bietet die Chance, das eigene Gartenverständnis neu zu überdenken. Jede gepflanzte Pflanze und jeder gepflanzte Strauch aus heimischem Bestand ist ein aktiver Beitrag gegen das Artensterben und ein Gewinn für die lokale Biodiversität.
Kostenfreie und unverbindliche Erstberatungen hierzu durch die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege sind jederzeit für alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Fürstenfeldbruck möglich.
Organisiert wird diese lehrreiche Veranstaltung von der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege des Landratsamtes Fürstenfeldbruck. Die Kreisfachberatung setzt sich dafür ein, Fachwissen direkt in die Praxis der Bürgerinnen und Bürger zu übertragen und zu aktuellen Themen zu beraten.
Termin:
Mittwoch, 6. Mai 2026
um 19 Uhr
Bürgerhaus Mammendorf
Jahnweg 11
82291 Mammendorf
Eintritt: Frei
Essen/Getränke: auf eigenen Kosten, gerne ab 18 Uhr
Referent: Dr. Andreas Fleischmann (Botanische Staatssammlung München)
Veranstalter: Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege des Landkreises Fürstenfeldbruck
Lassen Sie sich inspirieren und erfahren Sie, wie Sie Ihren Garten bzw. Ihren Balkon zu einem klimafesten Rückzugsort für Mensch und Tier verwandeln können.
Wir freuen uns auf einen inspirierenden Abend mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern!
